Abschreibungen sind kein echter Geldabfluss
Buchhalterische Verteilung versus tatsächliche Zahlung
Buchhalterische Verteilung versus tatsächliche Zahlung

Abschreibungen verteilen Anschaffungskosten auf die Nutzungsdauer. Das Geld fließt einmalig beim Kauf ab, die buchhalterische Erfassung erfolgt über mehrere Jahre.
Ein Transporter kostet 24.000 Euro und wird über sechs Jahre abgeschrieben. Pro Jahr erscheinen 4.000 Euro als Abschreibung in der Gewinn- und Verlustrechnung. Diese 4.000 Euro werden nicht jährlich bezahlt, sie repräsentieren den jährlichen Wertverzehr des bereits bezahlten Fahrzeugs.
Die Verwirrung entsteht bei der Gewinnberechnung.
Ein Betrieb erwirtschaftet 45.000 Euro Umsatz, hat 28.000 Euro laufende Kosten und 4.000 Euro Abschreibungen. Der rechnerische Gewinn beträgt 13.000 Euro. Auf dem Konto sind aber 17.000 Euro mehr als zu Jahresbeginn, weil die Abschreibungen zwar den Gewinn mindern, aber kein Geld das Konto verlässt.
Dieser Effekt führt zu Fehleinschätzungen bei der Steuerplanung. Der niedrigere Gewinn reduziert die Steuerlast, das verfügbare Geld ist höher als der ausgewiesene Gewinn vermuten lässt.
Umgekehrt täuscht dieser Mechanismus bei Ersatzbeschaffungen. Die 4.000 Euro Abschreibung stehen nicht als Rücklage bereit, wenn nach sechs Jahren ein neuer Transporter fällig wird. Wer nicht separat anspart, steht vor einer Liquiditätslücke, obwohl die Abschreibungen jahrelang den Gewinn gemindert haben.