Cashflow zeigt nicht die Profitabilität
Geldfluss und Ertragskraft sind verschiedene Messgrößen
Geldfluss und Ertragskraft sind verschiedene Messgrößen

Cashflow dokumentiert Geldbewegungen. Profitabilität misst Ertragskraft nach Abzug aller Kosten.
Der Cashflow addiert alle Geldeingänge und subtrahiert alle Ausgänge in einem Zeitraum. Er zeigt, ob genug Geld da ist, um Rechnungen zu bezahlen. Diese Betrachtung ignoriert den Zeitpunkt der wirtschaftlichen Entstehung von Erträgen und Aufwendungen.
Ein Online-Shop verkauft im März Waren im Wert von 8.000 Euro und zahlt gleichzeitig 6.500 Euro für Waren, die erst im April verkauft werden. Der Cashflow zeigt ein Plus von 1.500 Euro. Die tatsächliche Profitabilität berücksichtigt aber, dass die im März bezahlten Waren noch im Lager liegen und erst später Ertrag generieren. Die Gewinnberechnung weist möglicherweise ein ganz anderes Ergebnis aus.
Umgekehrt kann ein Unternehmen profitabel arbeiten und trotzdem Liquiditätsprobleme haben.
Ein Beratungsbüro schließt im Februar Projekte ab, die Rechnungen werden aber erst im April beglichen. Die Leistung ist erbracht, der Gewinn entsteht im Februar. Der Cashflow bleibt negativ, weil Gehälter und Miete sofort fällig werden, Einnahmen aber verzögert eintreffen.
Beide Kennzahlen brauchen parallele Beobachtung. Cashflow sichert die kurzfristige Handlungsfähigkeit, Profitabilität zeigt langfristige Tragfähigkeit des Geschäftsmodells.