Liquidität bedeutet nicht Gewinn
Warum der Kontostand nicht die Rentabilität widerspiegelt
Warum der Kontostand nicht die Rentabilität widerspiegelt

Der Irrtum beginnt beim Blick aufs Geschäftskonto. Ein hohes Guthaben vermittelt Sicherheit, sagt aber nichts über Rentabilität aus.
Liquidität beschreibt verfügbares Geld für laufende Zahlungen. Gewinn zeigt die Differenz zwischen allen Einnahmen und Ausgaben über einen bestimmten Zeitraum. Ein Unternehmen kann liquide sein und trotzdem Verlust machen, wenn beispielsweise Rechnungen erst später fällig werden oder Vorauszahlungen eingegangen sind.
Die Trennung wird bei konkreten Beispielen deutlich.
Ein Dienstleister erhält im Januar eine Anzahlung von 15.000 Euro für ein Projekt, das erst im März abgeschlossen wird. Das Konto zeigt im Januar ein Plus, die tatsächlichen Kosten für Material und Arbeitszeit fallen aber erst in den Folgemonaten an. Der Januar-Gewinn existiert noch nicht, obwohl Geld vorhanden ist.
Anderes Szenario: Nach einem erfolgreichen Quartal mit nachweislichem Gewinn ist das Konto leer, weil Investitionen in Ausstattung getätigt wurden. Der Gewinn existiert in den Büchern, die Liquidität reicht nicht für spontane Ausgaben.
Beide Kennzahlen brauchen unterschiedliche Aufmerksamkeit. Liquiditätsplanung verhindert Zahlungsunfähigkeit, Gewinnkalkulation zeigt wirtschaftliche Gesundheit. Wer nur eine Seite betrachtet, trifft Entscheidungen auf unvollständiger Grundlage.